Das sollten Sie bei der Planung einer Großwärmepumpenanlage vermeiden!


Kann der Handwerker bei Wärmepumpen kleiner 20 kW mittlerweile schon auf eine Reihe gut ausgearbeiteter Hydraulik-/Schaltschemen und Einbauempfehlungen zurückgreifen, sei es vom Hersteller oder von Organisationen wie dem BWP e. V. (z.B. Ratgeber Hydraulik) oder VDI (4645), so ist der Planer von Großwärmepumpen immer noch vermehrt auf die Herstellerexpertise angewiesen. Es gibt sehr viel Fehlerpotenzial beginnend schon in der Entwurfsphase bis hin zum Betrieb der Anlage, was hier zunächst nur auszugsweise dargelegt werden soll (sicher gibt es noch mehr!):

  • Gleichzeitige Heiz- und Kühlprozesse nicht für die Effizienzverbesserung nutzen
  • Wahl zu niedriger Kaltwassertemperaturen (Klimakälte)
    kleiner 12 °C
  • Zu hohe Vorlauftemperaturen bei gleichzeitig niedriger Wärmequellentemperatur im Heizbetrieb
  • Zu kleine oder falsch dimensionierte Pufferspeicher
  • Betrieb ungeregelter Pumpen und Kreisläufe
  • Verzicht auf gleitende Regelung der Vorlauftemperaturen
  • Stufige Verdichterleistungsregelung anstatt stufenlose gleitende Prozessführung
  • zu komplexe Hydraulikschemen, die regelungstechnisch nur schwer beherrschbar, geschweige denn durchschaubar wären
  • Ausnutzung des vorliegenden Potenzials der Wärmepumpennutzung nur auf Grundlage theoretisch ermittelter COP/EER festlegen und kein begleitendes Monitoring der Anlagen einplanen
  • Kältemittel mit hohem GWP, wie z. B. R410a (Alternativen stehen heute schon zur Verfügung!)

Sollten Sie zu einzelnen Punkten mehr wissen wollen, so steht es Ihnen frei, mich über die bestehenden Kanäle – auch direkt – zu kontaktieren. Jeder Punkt für sich wäre schon einen eigenen Beitrag wert.

Feedback ist ausdrücklich erwünscht!

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Kommentar | 13. BWP-Forum – Marktanreize vs. Strompreisentwicklung


Die Wärmepumpe – auch die Großwärmepumpe – avanciert zu einer ernstzunehmnenden Komponente – vielleicht sogar zum wichtigsten Baustein bei der Verknüpfung des Strom- und Wärmemarkts. Darin sind sich alle Fachleute einig. Der zweite Tag (04.12.15) des 13. BWP-Forums in Berlin stand ganz im Zeichen der Großwärmpeumpentechnologie.

Aber diese Denkweise scheint noch lange nicht in der Politik angekommen zu sein?! Es werden zwar große Förderprogramme aufgelegt, trotzdem mag der „Knoten nicht platzen“. Der Sanierungsstau löst sich nur langsam. Das brachliegende Potenzial, das im Einsatz der Großwärmepumpentechnik schlummert, wird bei vielen Projekten und auch wichtigen Industriestandorten nur zögerlich genutzt.

Verwunderlich ist, dass während jeder Veranstaltung zum Thema Wärmepumpe (allgemein) oder zu alternativen Wärmequellen wie „Abwasser“ (vgl. Fachtagung Nutzung von Abwasserwärme am 19.11.2015; Stuttgart) niemals über die Strompreispolitik als Ursache des eher mäßig wachsenden Wärmepumpen-marktes gesprochen wird. Was nützen denn 4.500 Euro für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe, wenn man trotz guter Arbeitszahl bei den Betriebskosten nur unwesentlich besser  abschneidet als eine Gas-Brennwert-Heizung mit Solarthermie als Unterstützung. Entweder wird die Situation vollkommen fehleingeschätzt oder es wurde mittlerweile aufgegeben, den Missstand immer wieder auf den Tisch zu bringen. Die Wärmepumpe ist für diejenigen interessant, die schon gleich oder vielleicht in naher Zukunft eine Photovoltaik einplanen. Damit ist die Wärmepumpe eine Möglichkeit, den Eigenverbrauch zu optimieren. Das beschränkt natürlich das Marktpotenzial auf die „Besserverdiener“.

FAZIT: Der Strompreis ist der Hebel, welcher den Wärmepumpenabsatz wieder in seine alte Trendspur bringen könnte. Auflagen wie Smart-Grid-Fähigkeit oder flexible Tarife der Energieversorger bei gleichzeitiger Bereitstellung größerer Puffervolumen könnten die Bedingung sein, einen vergünstigten Strompreis (ohne EEG-Umlage, mit gleicher Abgabenlast wie Öl oder Gas) anzubieten. Regionale Stromanbieter müssen einen solchen Einheits-Tarif anbieten, hätten aber die Möglichkeit, die Wärmepumpe als Lastausgleich zu nutzen. Wäre das nicht eine denkbare Lösung?! Kalte Nahwärmekonzepte könnten zusätzlich dazu beitragen, die Wärmequellenerschließungskosten für die einzelnen Haushalte auf ein Minimum zu reduzieren.

…eine gelebte Verknüpfung von Strom- und Wärmemarkt.

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